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Schritte zur Erinnerung nach 74 Jahren

nS-Verfolgte aus den Benelux-ländern im Zuchthaus Hameln

Diese Ausstellung ist den 871 Männern aus den BeneluxStaaten gewidmet, die als Gefangene während des Zweiten Weltkriegs im Zuchthaus Hameln einsitzen mussten. Sie waren zumeist Widerstandskämpfer. Wegen der dramatisch verschlechterten Haftbedingungen nach 1943 und der Todesmärsche, auf die sie 1945 beim Herannahen der Alliierten vorzugsweise geschickt wurden, sind unter ihnen überproportional viele Opfer (insgesamt 220) zu beklagen.
Jedes einzelne Haftschicksal brachte Angehörigen und Freunden Ungewissheit und Leid. Angehörige, deren Ehemann, Sohn oder Vater nicht in die Heimat zurückkehrte, litten ihr Leben lang unter dem Verlust. Nicht selten war die Suche nach einem Grab vergebens.

Viele Familien blieben mit diesem Verlust allein. Von deutscher Seite kam kein noch so kleines Zeichen des Bedauerns.
Der Verein für regionale Kultur- und Zeitgeschichte Hameln hat über viele Jahre Kontakte zu ehemaligen Gefangenen und Nachkommen in der Haft verstorbener Gefangener in den Benelux-Staaten aufgebaut. Die Ausstellung, die exemplarische Häftlingsschicksale zeigt, wurde durch Bernhard Gelderblom und Mario Keller-Holte erarbeitet.

Das Projekt „Benelux-Bürger im NS-Zuchthaus Hameln“ wurde vom Programm „Europa für Bürgerinnen und Bürger“ der EU und der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten in Celle unterstützt.

 Ort:

Celler Synagoge, Im Kreise 24

Eröffnung:

Mittwoch, 24. April 2019, 19.00 Uhr

Laufzeit:

25. April bis 3. August 2019

Einführung:

Bernhard Gelderblom, Hameln

Veranstalter:

Stadtarchiv Celle in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde e.V. und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Celle e.V.

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Begleitprogramm

Das Zuchthaus Hameln in der nS-Zeit Das Zuchthaus Hameln war in den Jahren 1933-1945 ein Ort nationalsozialistischer Verfolgung. Knapp 10.000 Häftlinge, überwiegend „Politische“, darunter viele Ausländer, durchliefen die Strafanstalt in dieser Zeit.
Mindestens 755 Männer überlebten die Zeit im Zuchthaus Hameln nicht. Für die entsetzlichen Haftbedingungen, unter denen die Häftlinge vor allem zu Kriegsende zu leiden hatten, war die Justiz verantwortlich. Sie zeigte sich über die Jahre als willfährige Helferin der Gestapo, indem sie Gefangene nach ihrem Haftende nicht in die Freiheit entließ, sondern sie der Gestapo übergab, welche die Unglücklichen in der Regel in ein KZ verschleppte.
Der Vortrag schildert – mit reichem Bildmaterial – die Entwicklung der Strafanstalt in der NS-Zeit und stellt zahlreiche Schicksale in- und ausländischer Häftlinge vor. Er wirft auch einen Blick auf das Zuchthaus Celle, mit dem die Anstalt in Hameln enge Beziehungen pflegte.

 Ort:

Celler Synagoge

Termin:

Dienstag, 7. Mai 2019, 19:00 Uhr

Referent:

Bernhard Gelderblom, Hameln

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Der Prozeß von Franz Kafka

ein Spiegelbild der himmlischen Gerichte des Judentums

Franz Kafka (1883– 1924), der aus einer jüdischen Familie aus Prag stammte, hat das Wort Judentum zwar in seinem literarischen Werk nicht erwähnt. Dennoch hegte er eine große Sympathie besonders für die ostjüdische Kultur. Als Erwachsener lernte er Hebräisch und beabsichtigte sogar nach Palästina auszuwandern. Doch sein Gesundheitszustand ließ das nicht zu.
Der mysteriöse Roman Franz Kafkas Der Proceß entpuppt sich vor dem Hintergrund der jüdischen Theologie als ein säkularisiertes Drama vom Menschen vor den himmlischen Gerichten, das Kafka zu seiner Selbstrechtfertigung verfasste.

 Ort:

Synagoge Celle, Im Kreise 24

Termin:

Donnerstag, 23. Mai 2019, 19.00 Uhr

Referent:

Prof. Dr. Karl E. Grözinger, Zentrum Jüdische Studien Berlin-Brandenburg

Veranstalter:

Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Celle e.V. in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde e.V. und dem Stadtarchiv Celle
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Vom Saulus zum Paulus?

eine andere Sicht auf Paulus – historisch genauer und theologisch angemessener

Dass Jesus zeitlebens Jude war und kein Christ, hat sich inzwischen weithin herumgesprochen. Dass es sich bei Paulus in dieser Hinsicht nicht anders verhält, ist noch relativ unbekannt. Nach dem Selbstzeugnis seiner Briefe wie auch nach der Darstellung der Apostelgeschichte war er Jude bis zuletzt – ein Jude, der zum Glauben an Jesus als Messias gekommen war und als so Glaubender Jude blieb. Wen Paulus warum vor seinem „Damaskuserlebnis“ verfolgte und was sich daraus für ihn „nach Damaskus“ ergab, danach soll gefragt werden. Die traditionell protestantische Paulusdeutung (Glaube gegen Werke, Gnade gegen Leistung) ist eine Projektion mit enorm antijüdischer Wirkung. Diese Projektion kann für Luthers Zeit verständlich gemacht, darf aber heute nicht mehr wiederholt werden. Was aber war dann das Besondere bei Paulus?

Ort:

Synagoge Celle, Im Kreise 24

Termin:

Donnerstag, 13. Juni 2019, 19.00 Uhr

Referent:

Prof. Klaus Wengst, Braunschweig

Veranstalter:

Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Celle e.V. in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde e.V. und dem Stadtarchiv Celle

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Unsere Hanukka-Feier am 08.12.2018:

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